Schädlinge und Krankheiten im Garten

Zuerst ist es gut zu wissen, womit man es überhaupt zu tun hat, denn jede der drei Gruppen verlangt einen anderen Eingriff. Ein Schädling ist ein Tier, das sich von der Pflanze ernährt: Blattlaus, Raupe, Spinnmilbe, Schnecke. Eine Krankheit ist ein Pilz, ein Bakterium oder ein Virus, das in die Pflanze eindringt und sich in ihr vermehrt. Eine Störung ist weder das eine noch das andere. Die Pflanze greift nichts an, die Bedingungen stimmen nicht, wie bei Blütenendfäule und Moos im Rasen.

Krankheiten verbreiten sich fast immer mit dem Wasser. Sporen keimen auf dem nassen Blatt, Regen und Gießen über das Laub tragen sie auf die Nachbarpflanze, den Rest erledigt Werkzeug, das nicht desinfiziert wird. Deshalb helfen gegen Krankheiten am meisten Maßnahmen, für die keine Spritze nötig ist: genug Abstand zwischen den Pflanzen, Gießen an die Wurzel statt über das Laub, eine widerstandsfähige Sorte, Schnitt bei trockenem Wetter und Werkzeug, das zwischen den Schnitten desinfiziert wird. Im Herbst Laub und abgestorbene Teile wegräumen, befallene Pflanzen aber nicht auf den Kompost geben, denn dort überwintert die Krankheit. Echter Mehltau ist die Ausnahme, denn er breitet sich bei Hitze und schwüler Luft aus, auch wenn das Blatt trocken ist. Sind die Flecken erst einmal auf dem Blatt, rettet dieses Blatt nichts mehr. Bei 21 von 24 Krankheiten nennt die Quelle kein Mittel.

Bei Schädlingen zählt vor allem der richtige Zeitpunkt. Ein Netz über dem Beet muss schon ab der Aussaat oder Pflanzung liegen, weil es Faltern und Fliegen die Eiablage verwehrt. Wer Raupen absammelt, hat den Schaden meist schon. Ein paar Blattläuse an einer Triebspitze sind kein Grund einzugreifen, denn Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Vögel fressen sie, wenn sie im Garten Platz haben. Bei 19 von 25 Schädlingen steht kein Mittel. Es genügen ein Netz, Absammeln von Hand, eine Falle, ein Wasserstrahl oder einfach der richtige Zeitpunkt.

Ein Mittel ist bei 9 von 51 Problemen sinnvoll. Keines davon ist ein synthetisches Insektizid: Kaliseife gegen Blattläuse und Spinnmilben, Ölpräparate gegen Echten Mehltau, Bacillus thuringiensis gegen Raupen und Trauermücken, Eisenphosphat gegen Schnecken, Kupfer vorbeugend gegen Falschen Mehltau und Kraut- und Braunfäule. Natürlich heißt nicht harmlos. Kaliseife kann ein Blatt verbrennen und Kupfer hilft auf einem bereits befallenen Blatt nicht mehr, deshalb steht bei jedem Problem, wann ein Mittel wirkt und wann es dafür schon zu spät ist.

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Krankheiten 24

Störungen 2